Mittwoch, 5. Januar 2005

Grüne für "Weiße Biotechnologie"

Die Bundestagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen hat eine Kampagne für "Weiße Biotechnologie" gestartet. Der Begriff wurde von Lobbyisten der Chemieindustrie in Umlauf gebracht und soll industrielle Biotechnologie bezeichnen, die in geschlossenen Systemen produziert, etwa in Reinräumen. Der Grüne Bundestagsabgeordnete Hans-Josef Fell will jetzt gentechnisch produzierte Enzyme und Organismen "mitverantworten", wenn sie denn in geschlossenen Systemen hergestellt werden. Auch die begünstigten Konzerne denken nicht an die weitere Nahrungskette, wollen aber auf dem Massenmarkt zunächst nur Kunststoffe und Kraftstoffe einführen. Die Produktion des Biopolymers Polylactid (PLA) soll als erstes biotechnisches Verfahren die Akzeptanz der "Weißen Biotechnologie" erhöhen.

Bayern finanziert finnischen Atomreaktor

Finnland plant einen neuen Atomreaktor mit dem schönen Namen "Olkiluoto 3". Der Druckwasserreaktor soll von der französischen Firma Framatome erbaut werden, 1600 Megawatt pro Stunde leisten und etwa 4 Milliarden Euro kosten. An den dabei gewährten Subventionen entzünden sich nun die Proteste der Wettbewerber, nach deren Ansicht die Finanzierung eines neuen Atomkraftwerkes ohne verbotene staatliche Beihilfen gar nicht möglich wäre. Allein die Bayrische Landesbank bringt Kredite von rund 2 Milliarden Euro in das Projekt ein, zu einem äußerst günstigen Zinssatz von 2,6 %. Die Europäische Vereinigung für Erneuerbare Energien (EREF) hat gegen die Wettbewerbsverzerrung durch diese Subventionen Beschwerde bei der EU-Kommission eingelegt. Im nächsten Schritt beginnt die EU-Kommission nun ihre Projektprüfung.

Sonntag, 2. Januar 2005

Restmüll-Erfassungssysteme geplant

Durch den Beschluß des Halleschen Stadtrates für eine eigene Müllverbrennungsanlage in Lochau steigen die Kosten für Müllentsorgung in den nächsten zwei Jahren um etwa 18 Prozent. Deshalb sehen sich immer mehr Wohnungsunternehmen der Stadt gezwungen, noch im Jahr 2005 Restmüll-Erfassungssysteme einzuführen. Das können einfache abschließbare Restmüllbehälter sein, aber auch mit Chipkarten zugängliche Wiegesysteme. Gleichzeitig wird an die Mieter apelliert, konsequent Müll zu vermeiden oder wenigstens korrekt zu trennen, um die Kosten der Gebührensteigerungen aufzufangen.

Geschwulste durch Mobilfunk

Eine Studie des Instituts für Umweltmedizin der Stockholmer Karolinska-Universität hat die Langzeitfolgen des Mobiltelefonierens untersucht. Dabei steigt wahrscheinlich nicht das Hirntumorrisiko, es verdoppelt sich aber die Gefahr der Ausbildung eines Akustikus-Neurinoms. Das ist eine gutartige Nervenfasergeschwulst am Hör-und Gleichgewichtsnerv, die häufig mit Ohrgeräuschen (Tinnitus) und einseitiger Schwerhörigkeit einhergeht. Für eine abschließende Bewertung wollen die Forscher noch Untersuchungsergebnisse aus acht anderen Ländern abwarten.

Katzengreise im Angebot

In den USA wird jetzt das Klonen von Haustieren angeboten. Erste Kundin war eine Frau Julie, die nur ihren Vornamen verraten wollte. Ihr Kater "Nicky" war im vergangenen Jahr im Alter von 17 Jahren gestorben. Für 50.000 Dollar hat sie nun einen identischen Klon von "Nicky" herstellen lassen. Das Unternehmen "Genetic Savings and Clone" mit Sitz im kalifornischen Sausalito will ab Mai 2005 auch Hunde klonen, wofür es sich einen größeren Markt verspricht. Tierärzte warnen vor unvermeidlichen Gesundheitsproblemen bei geklonten Tieren. Denn der Klon erbt neben den genetischen Informationen des Ursprungstiers auch dessen Zellalter. Bei "Genetic Savings and Clone" liegen inzwischen Aufträge für etwa 50 Klon-Katzen vor.

Donnerstag, 23. Dezember 2004

Zehn Jahre Saale-Radwanderweg

Auf einer Fachtagung in Jena wurde das zehnjährige Bestehen des Saale-Radwanderweges gefeiert. Im Jahr 2004 wurden über 238 000 Radler entlang der Strecke gezählt, davon fast 43 000 Mehrtagestouristen, die auch übernachteten. Die Strecke ist zu über 90 Prozent in gutem Zustand. schild
Größeren Handlungsbedarf gibt es noch in den Landkreisen Saalkreis und Schönebeck, wo noch etwa 50 Prozent der Strecke verbessert werden muß. Eine länderübergreifende Arbeitsgemeinschaft aus 14 Landkreisen und kreisfreien Städten freut sich über etwa 13 Millionen Euro Umsatz pro Jahr, die der Radwanderweg allein in der Gastronomie einbringt.

Freitag, 17. Dezember 2004

US-Kleinstadt gentechnikfrei

Die Ratsversammlung der Kleinstadt Arcata in Kalifornien hat am 17. November 2004 einstimmig gentechnisch veränderte Lebewesen im Stadtgebiet verboten. Verwaltungsvorschrift 1350 untersagt Verkauf, Verteilung, Transport, Verarbeitung, Aufzucht und Vermehrung von genetisch veränderten Organismen. Der Sherriff kontrolliert im örtlichen Supermarkt, eine Bürgerinitiative schaut bei den Landwirten vorbei. Bei Verstößen werden hohe Geldstrafen fällig.

"Brauch-Bar" im Internet

Halles Gebrauchtgegenstands-Börse "Brauch-Bar" ist jetzt auch im Internet vertreten. Einmal in der Woche wird die Liste von Möbeln, Teppichen, technischen Geräten, Camping- und Freizeitartikeln aktualisiert. Wer also noch einen kostenlosen Einrichtungsgegenstand für seine gute Stube sucht, sollte Mittwochs nachmittags auf www.halle.de vorbei schauen. Einfach Angebot auswählen und dann beim Anbieter anrufen. Auch für die Anbieter lohnt sich der Eintrag in der "Brauch-Bar". Kommt nach einigen Wochen keine Vermittlung zustande, helfen die Mitarbeiter des städtischen Umweltamts bei der Entsorgung.

Nach der Flut ist vor der Flut

Die Beratungen zum Hochwasserschutzgesetz im Vermittlungsausschusses von Bundestag und Bundesrat wurden vorige Woche wieder einmal vertagt. Nach dem rot-grünen Gesetzentwurf soll in Überschwemmungsgebieten ein striktes Bauverbot gelten. Ackerflächen in Überflutungsgebieten wären stillzulegen, Deiche sollen zurückverlegt, Auffangbecken gebaut und Flussauen wieder hergestellt werden. Den Ländern ist dies zu teuer, vor allem Großstädte wollen auch weiterhin Bauland in Flussnähe ausweisen. Köln, Frankfurt und Dresden verabschiedeten bereits neue Bebauungspläne in den Überschwemmungszonen von Rhein, Main und Elbe.

Freitag, 10. Dezember 2004

Saale-Seitenkanal geplant

Gleich zwei Demonstrationen gab es am 10.12.2004 vor dem Landesverwaltungsamt in Halles Dessauer Straße. Anlass war die Eröffnung des Planfeststellungsverfahrens zum Bau des Saaleseitenkanals. Auf der einen Seite hatten vier Naturschutzverbände zum Protest aufgerufen, auf der Seite der Kanalbefürworter standen Industrievertreter, Teile der Belegschaften und die Gewerkschaft IG BCE. Zahlenmäßig größte Gruppe der Demonstranten für den Saaleausbau waren wieder einmal Angestellte der Firma Solvay aus Bernburg. Informationen von der Gegenseite gibt es bei der Saaleinitiative, im Internet unter https://www.diesaale.de

tornitz

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