Am 22. Juli beschloss das polnische Parlament eine Regelung, die Importeuren zwei Jahre Zeit gibt, die Unbedenklichkeit von gentechnisch verändertem Futter für Mensch, Tier und Umwelt zu beweisen. Große Importeure wie Cargill, Smithfield Foods und Danisch Crown müssen nun Fütterungsversuche mit ungewissem Ausgang finanzieren, um weiterhin Gensoja und Genmais nach Polen einführen zu können. Unabhängige Kleinbauern und Gentechnikgegner hoffen, dass wieder mehr einheimische und gentechnikfreie Futtermittel umgesetzt werden. Schon im Mai hatte Polens Regierung etwa 700 Maissorten aus dem nationalen Saatgutregister gestrichen, darunter auch Genmais. Begründung war, dass diese Sorten für die polnischen Klimabedingungen ungeeignet seien.
stulli - 22. Aug, 09:54
Die Bundesländer haben sich auf Anreize für die Nachrüstung von älteren Dieselfahrzeugen mit Rußfiltern geeinigt: Danach soll jeder "Nachrüster" einmalig Aufwendungen in Höhe von 330 Euro steuerlich geltend machen können. Einige Umweltverbände verlangen zusätzlich höhere Steuern für alle, die einen Neuwagen ohne Filter kaufen. Die Regelungen sollen im Januar 2007 in Kraft treten. Jeder zweite Pkw, der zur Zeit in Deutschland neu zugelassen wird, ist ein Dieselfahrzeug.
stulli - 15. Aug, 10:04
Nach massenhaftem Auftreten in Hamburg und im Rhein-Main-Gebiet ist der Asiatische Marienkäfer "Harmonia axyridis" nun auch in großer Zahl in Berlin aufgetaucht. Nach Angaben des Berliner Pflanzenschutzamts verbreitet sich der Käfer in der Hauptstadt äußerst schnell - möglicherweise ausgelöst durch ein reiches Vorkommen bestimmter Blattläuse. Charakteristisch für den Asiatischen Marienkäfer ist eine schwarze Zeichnung auf dem Halsschild, die einem "M" ähnelt. Bis vor wenigen Jahren wurden die Käfer in Belgien und den Niederlanden als Nützlinge gegen Blattläuse verkauft. Naturschützer sorgen sich nun um die Lebensräume der 80 einheimischen Marienkäfer-Arten.
stulli - 15. Aug, 10:03
Im Jahr 2005 ereigneten sich in Sachsen-Anhalt 57 Unfälle mit wassergefährdenden Stoffen. Das statistische Landesamt registrierte 18 Unfälle mit austretenden Wasserschadstoffen. Insgesamt gelangten 85 000 Liter Schadstoffe in die Umwelt, von denen rund 76 000 Liter wiedergewonnen werden konnten. Fünf Unfälle ereigneten sich in Wasserschutzgebieten, der Boden wurde bei 32 Unfällen verunreinigt, elfmal kam es zur Verunreinigung von Kanalnetzen und Kläranlagen. Oberflächengewässer wurden bei acht Schadensfällen verschmutzt.
stulli - 7. Aug, 15:21
Durch die extreme Trockenheit steigt auf Sachsen-Anhalts Getreidefeldern die Gefahr von Bränden bei der Mähdrusch. Die Feuerwehrtechnische Zentrale für Brand- und Katastrophenschutz in Oschersleben ruft die Landwirte dazu auf, Zufahrtswege für Feuerwehrfahrzeuge zu schaffen und Pflüge für sogenannte Wundstreifen bereit zu halten. Löschwasservorräte sollten angelegt werden und Mähfahrzeuge nicht unbeaufsichtigt herumstehen. Da die neuen Mähdrescher nur noch vom Fahrer selbst zu öffnen und zu bewegen sind, kann die Feuerwehr im Brandfall die Mähdrescher nicht mehr aus der Gefahrenzone holen.
stulli - 7. Aug, 15:20
Das indische Jatropha-Projekt untersucht Möglichkeiten, aus den ölhaltigen Samen der Purgiernuss (Jatropha curcas) Biodiesel zu gewinnen. Das mehrjährige strauchartige Wolfsmilchgewächs ist extrem giftig und wächst nur langsam auf halbtrockenen bis steinigen Böden. Das staatsnahe indische Forschungsinstitut TERI hat eine Methode zur Klonierung von Jatropha-Sämlingen entwickelt, aus denen innerhalb von sieben Monaten ölhaltige Samen gewonnen werden können. Im westlichen Bengalen werden jetzt Feldversuche mit der Klon-Purgiernuss durchgeführt, die durch eine Symbiose mit Mycorrhiza-Pilzen auch auf Ödland gedeihen soll.
stulli - 7. Aug, 15:19
Weil die Eisdecke infolge des Klimawandels schmilzt, werden jetzt riesige Öl- und Gasreserven im Nordpolargebiet zugänglich. Geologen vermuten 375 Milliarden Barrel Öl in der Arktis, deren Förderung in der Vergangenheit durch meterdickes Eis unmöglich oder zumindest unbezahlbar war. ExxonMobil, Texaco und BP Amoco haben Erkundungsarbeiten in Auftrag gegeben. Die norwegische Gesellschaft Statoil erschließt ein Gasfeld 90 Seemeilen vor Hammerfest, BP bohrt bereits vor Alaskas Küsten und die russische Ölfirma Gazprom will 120 Bohrinseln in der Barentssee errichten. Naturschützer warnen vor zu erwartenden alltäglichen Lecks und Chemikalienunfällen.
stulli - 7. Aug, 15:18
In Hatfield im südlichen Yorkshire soll jetzt eine Steinkohlenmine wiedereröffnet werden. Die King-Coal-Zeche war im April 2004 aus Kostengründen geschlossen worden. Der britische Unternehmer Richard Budge will dort nun bis 2023 etwa 27 Millionen Tonnen Kohle abbauen lassen. Die E.ON-Tochter Powergen hat bereits Abnahmegarantien bis 2013 ausgesprochen. Wegen der weiter steigenden Öl- und Gaspreise erwägt auch die Ruhrkohle AG, ihre Zechen in Lincolnshire und Tilbury wieder zu eröffnen. Großbritannien verbraucht jährlich etwa 50 Millionen Tonnen Steinkohle, wovon es etwa 20 Millionen Tonnen selbst fördert.
stulli - 7. Aug, 15:17
Eine Studie dänischer Bodenökologen zeigte, dass Überreste von genmanipuliertem Mais im Boden einen signifikant negativen Effekt auf die Lebensgeschichte von Regenwürmern haben. Sie beeinträchtigen vor allem das "Ausbrüten" der Kokons. Genmanipulierte Maispflanzen hinterlassen Fraßgifte in der Humusschicht, die ursprünglich von dem Bakterium Bazillus thuringiensis gebildet wurden. Die dänischen Forscher fordern nun ausgedehnte Studien, da Regenwürmer in Boden- Ökosystemen eine zentrale Rolle spielen.
stulli - 7. Aug, 15:15
In den vergangenen 15 Jahren stieg der Anteil US-amerikanischer Patienten an, bei denen auf Grund ihrer Körperfülle moderne bildgebende Verfahren wie Computer-, Kernspinresonanz- oder Positronen- Emissions- Tomografie versagten. Das Fettgewebe absorbiert Röntgenstrahlung oder Ultraschall, manche Patienten sind schlicht zu dick für die engen Tomografieröhren. Das Anteil von "auf Grund des Körperhabitus nur eingeschränkt auswertbarer" Bilder hat sich seit 1991 verdoppelt. Die Geräteindustrie bietet nun extra große Tomografieröhren an, die sich allerdings nur große Hospitäler leisten können.
stulli - 7. Aug, 15:14
In Zehdenick-Badingen im Landkreis Oberhavel haben etwa 500 UmweltaktivistInnen Ende Juli ein 'Gentechnikfreies Wochenende' veranstaltet. Aufgerufen dazu hatte die Gruppe "Gendreck-weg". Trotz eines Polizeiaufgebotes von etwa 300 Beamten gelangten mehr als 80 GentechnikgegnerInnen auf ein Genmais-Feld, um einen Teil des Feldes von den genmanipulierten Pflanzen zu 'befreien'. Musiker der Gruppe 'Lebenslaute' spielten dann auf dem Feld die Bauernkantate von Bach. Die Proteste richteten sich auch gegen die von der Bundesregierung geplante Novellierung des Gentechnik-Gesetzes.
stulli - 2. Aug, 11:03
Die Railion Deutschland AG und die dänische Reederei DFDS A/S werden künftig gemeinsam die Eisenbahnfährlinie Mukran - Klaipeda betreiben. Auf der Verluste produzierenden Strecke wird künftig neben der Fähre "Vilnius" auch ein neues deutsches Fährschiff unterwegs sein. Geplant ist auch das Anfahren des neuen russischen Fährhafens Baltijsk bei Kaliningrad, sobald dieser fertig gestellt ist. Die Verhandlungen der DB Logistics mit der russischen Bahn RZD zum Abschluss entsprechender Beförderungsvereinbarungen laufen noch.
stulli - 27. Jul, 10:40
Das Schweizer Bundesamt für Umwelt hat ein "Konzept Bär" in Kraft gesetzt, welches das Zusammenleben von Menschen und Bären regeln soll. Nur dem Menschen unmittelbar gefährliche Tiere dürfen getötet werden. Schäden an landwirtschaftlichen Kulturen oder Nutztieren werden zu 80 Prozent vom Bund und zu 20 Prozent vom Kanton ersetzt. Schäden an Bauten und Infrastruktur zahlt der Bund zu 100 Prozent. Gegen "Problembären" soll es jetzt "Vergrämungsaktionen" geben. Für "Risikobären" darf der betroffene Kanton die Abschussbewilligung erteilen. Zuvor muss er eine Interkantonale Kommission für Natur und Umwelt konsultieren. Im September 2005 hatten Schweizer Wehrmänner im Unterengadin einen Braunbären nach einem basisdemokratischen Beschluss erschossen.
stulli - 27. Jul, 10:39
Forscher der Universität Erlangen-Nürnberg haben junge Fledermäuse beim Brabbeln beobachtet. Die Babys trainieren damit Stimmbänder und die Muskeln des Vokaltrakts. Eine Gruppe um die Zoologin Mirjam Knörnschild beobachtete Sackflügel-Fledermäuse (Saccopteryx bilineata), die ein besonders großes Stimmrepertoire haben. Bei den vier bis acht Wochen alten Jungtieren registrierten sie Darbietungen aller Laute erwachsener Fledermäuse, einschließlich Bellen, Schnattern und Kreischen, größten Teils im Ultraschall-Bereich.
stulli - 27. Jul, 10:39