Der Landesumweltpreis 2006 der Umweltstiftung Sachsen-Anhalt wurde dem Aktionsbündnis Elbe-Saale verliehen, das sich gegen den geplanten Bau des Saale-Seitenkanal bei Groß Rosenburg stark macht. Gleichzeitig verständigte sich das Land Sachsen-Anhalt mit dem Bundes- Verkehrsministerium auf die Einleitung eines Raumordnungsverfahrens für den Saale-Seitenkanal. Eine Datenerfassung der Fauna und eine Biotopkartierung haben bereits begonnen. 2008 soll dann ein Planfeststellungsverfahren für den 7,5 Kilometer langen und 90 Millionen Euro teuren Seitenkanal eingeleitet werden.
stulli - 22. Jul, 16:02
Das Verwaltungsgericht Magdeburg hat am 19. Juli das sachsen-anhaltinische Gesundheitsministerium dazu verurteilt, Akteneinsicht zum Vorkommen von Uran in Mineralwässern zu gewähren. Im Mai 2005 hatte eine Untersuchung des Bundesinstituts für Risikobewertung ergeben, dass Mineralwässer aus Sachsen-Anhalt überdurchschnittlich hohe Urangehalte aufwiesen. Der Verbraucherorganisation Foodwatch waren anschließend Auskünfte über belastete Wasserquellen verweigert worden. Das Gesundheitsministerium des Landes hat inzwischen mitgeteilt, dass seit September 2005 nur noch Mineralwässer mit weniger als fünfzehn Mikrogramm Uran pro Liter Wasser angeboten würden.
stulli - 21. Jul, 15:43
Im Frühjahr 2005 entdeckten die Insektenforscher Quentin Wheeler und Kelly Miller von der US-amerikanischen Cornell University 65 neue Unterarten von Schleimpilz-fressenden Schwammkugelkäfern. Einige davon benannten sie nach ihren Ehefrauen und Ex-Frauen, drei weitere nach US-Präsident Bush, Vizepräsident Cheney sowie Verteidigungsminister Rumsfeld. Drei unschuldige Insektenarten heißen nun Agathidium bushi, Agathidium cheneyi und Agathidium rumsfeldi - allesamt Käfer, die ihren Tag damit verbringen, in fauligem Schlick zu graben. Die Forscher gaben an, unzufrieden mit der Wissenschaftspolitik der US-Regierung gewesen zu sein.
stulli - 19. Jul, 11:57
In einer Algenfarm bei Kiel-Holtenau züchtet die Firma Ocean Wellness eine Braunalge namens Laminaria Saccharina. Die zuckerhaltigen Algen werden im Spätsommer von Tauchern geerntet, fermentiert, eingemaischt und mit Weinhefe versetzt. In großen Tanks bei Raumtemperatur vergärt die Masse dann unter Luftabschluss zu einem weinartigen Getränk mit 11 bis 13 Prozent Alkohol. Das "alkoholhaltige Getränk auf Algenbasis" soll das Immunsystem stärken, den Darm reinigen, den Körper entschlacken und Neurodermitis-Patienten Linderung bringen.
stulli - 16. Jul, 11:26
Der Wasserspiegel des Bodensees ist seit 1999 um 80 Zentimeter gesunken. Bei einer Fachtagung in Konstanz wurden als Ursache hierfür der Klimawandel und geringere Zuflüsse vor allem aus der Schweiz genannt. Neue Staubecken zur Wasserkraftnutzung am Alpenrhein verzögerten den Zufluss zusätzlich. Sinkende Wasserstände führten zu Erosionen an den historischen Pfahlbauten, warnte das badische Landesamt für Denkmalpflege. In 20 Jahren könnten die meisten Gebäude in Ufernähe verschwunden sein.
stulli - 16. Jul, 11:25

Ornithologen des Naturschutzbundes erfassen in den kommenden beiden Jahren flächendeckend die Bestände des Bienenfressers in Sachsen-Anhalt. Dieser wärmeliebende Vogel nistet vor allem in den Steilwänden von Kiesgruben und Braunkohletagebauen. Gefahren für den Bienenfresser entstehen bei der Sanierung und Nachnutzung von Gruben. Ein Maßnahmenkatalog zum Artenschutz soll den Bestand von etwa 200 Brutpaaren im Land bewahren helfen. Unterstützung für das Projekt kommt auch vom Landesverwaltungsamt und von der Europäischen Union.
stulli - 13. Jul, 12:11
Der Fleischkonzern Tönnies will seinen Schlachthof in Burgwerben bei Weißenfels erweitern. Es sollen überdachte Rampen mit Lüftung und Abzügen für Lkw mit bis zu 4 000 Schweinen entstehen, die dort etwa zwei Stunden auf ihre Schlachtung warten werden. Im Saaletal soll eine Lkw-Waschanlage entstehen. Auch die Fassade der über 100 Meter langen und rund 35 Meter hohen Schlachterei soll nun farblich der Umgebung angepasst werden. Eine Bürgerinitiative und der Rat der Gemeinde Burgwerben befürchten weiterhin Geruchsbelästigungen, Verkehrsprobleme und sinkende Grundstückspreise in der Umgebung.
stulli - 13. Jul, 12:10
Nachdem Horno und Umgebung bereits zerstört sind, richten sich die Begehrlichkeiten des Bergbaukonzerns Vattenfall Europe Mining AG nun auf 54 weitere Siedlungen in der Lausitz. Besonders im Dorf Schleife formiert sich dagegen Widerstand. Vattenfall errechnete 3,9 Milliarden Tonnen Braunkohle, die wirtschaftlich abbaubar seien, für die aber noch keine Anträge gestellt wurden. Der brandenburgische Landtag verabschiedete ein Papier zur "planungsrechtlichen Sicherung" einer jährlichen Braunkohleförderung von 59 Millionen Tonnen, was den Lausitzer Bergbau noch 27 Jahre absichern soll.
stulli - 13. Jul, 12:09
Eine Studie der Universität Oldenburg hat in der deutschen Agro-Gentechnik weniger als 500 Beschäftigte gezählt, und neue Arbeitsplätze sind nicht in Sicht. Die Oldenburger Wissenschaftler hatten für ihre Studie 70 Unternehmen angeschrieben und nach Arbeitsplätzen im Bereich grüner Gentechnik befragt. Bei mittelständischen Saatzüchters mit weniger als 100 Beschäftigten schrumpft demnach die Zahl der Arbeitsplätze in der Entwicklung gentechnisch veränderter Saaten. Bei kleinen Unternehmen war die Jobpolitik meist von der Laufzeit externer Projekte abhängig. Eine "Gründerstimmung" sei aus der Befragung nicht abzulesen. Demgegenüber sind in der Bio-Branche über 150 000 Arbeitskräfte beschäftigt.
stulli - 13. Jul, 12:08
Die EU-Kommission will den Maximalbetrag an jährlichen Subventionen pro landwirtschaftlicher Großfarm auf 300.000 Euro begrenzen, um so etwa 1 Mrd. Euro an Fördermitteln einzusparen. Das würde vor allem die etwa 900 LPG-Nachfolger in den Neuen Bundesländern treffen - und eine Reihe britischer Großfarmer, wie den Duke of Westminster oder den Duke of Marlborough. Großbritannien hat 360 Empfänger von landwirtschaftlichen Großsubventionen, während es in Frankreich nur 30 sind. Die britische Regierung ist nun gegen die Begrenzung von Großsubventionen.
stulli - 13. Jul, 12:08
Im Fluss Jangtse soll es nur noch 17 lebende Flussdelfine geben. Wissenschaftler vom britischen Institute of Zoology in London und chinesische Zoologen haben nun einen Plan entwickelt, um das meist gefährdete Säugetier der Welt zu retten: in einem nahe des Flusses gelegenen See soll der Delfin überleben können. Dort soll auch genügend Nahrung für die Tiere vorhanden sein, allerdings kein fließendes Wasser.
stulli - 13. Jul, 12:06