Sonntag, 11. Juni 2006

Münchner gegen Transrapid

Am 10. Juni endete die Einspruchsfrist gegen die in München geplante Magnetschwebebahn. Dort soll eine Transrapid- Trasse vom Hauptbahnhof zum Flughafen gebaut werden. Über 10 000 Einsprüche dagegen sind bei der Regierung Oberbayerns eingegangen, die nun im Planfeststellungverfahren zu berücksichtigen sind. Hauptkritikpunkte sind der Lärm und Eingriffe in die Natur. Neben vielen Umweltorganisationen ist auch die Stadt München gegen die 40 Kilometer lange Flughafenanbindung. Sie sieht in der größtenteils oberirdischen Trasse "eine gravierende und nicht akzeptable stadtgestalterische und städtebauliche Unverträglichkeit". Auch sei der Energieverbrauch einer Magnetbahn viermal so hoch im Vergleich zur von der Stadt bevorzugten Express-S-Bahn.

Donnerstag, 8. Juni 2006

EVH fällt Bäume am Bruchsee

Vom 12. Juni an erneuert die Energieversorgung Halle ihre Fernwärmeleitung im westlichen Teil des Stadtparks Bruchsee in Halle-Neustadt. Die Fernwärmeleitung stammt aus dem Jahre 1967 und verläuft von der Schwimmhalle, am ehemaligen Lehrlingswohnheim entlang, bis zum Bahnübergang in Nietleben. Für die neue Leitung sollen auch wieder zahlreiche Bäume und Sträucher gefällt werden. Neben der neuen Pumpstation und der Rohrleitung zum Saugraben ist das nun schon das dritte größere Bauvorhaben, das gleichzeitig in dem empfindlichen Landschaftsschutzgebiet stattfinden soll.

Offene Höfe

Am Samstag, dem 17. Juni, laden wieder zahlreiche Bauernhöfe ab 10.00 Uhr zum Tag des offenen Hofes ein. Organisiert vom Landesbauernverband, locken die Landwirte mit Betriebsbesichtigungen, Verkostungen lokaler Spezialitäten, Tierschauen, Gartenführungen, eigenen Hofläden, Mittelaltermärkten, Unterhaltungsprogrammen und vielen anderen Attraktionen. In unserer Nähe öffnen unter anderem Betriebe in Steuden, Braunsbedra, Wansleben am See. Und auf dem Ziegenhof Pfeiffhausen gibt es Ziegenmilcheis zu den Klängen der "Zickeritzer Schallmaienkapelle".

Montag, 5. Juni 2006

Verbände gegen Bahn-Börsengang

Ein Bündnis von BUND, Robin Wood, Attac, der Gruppen "Bürgerbahn statt Börsenwahn" und "Bahn von unten" hat eine Kampagne mit dem Namen "Bahn für alle" gestartet. Das Bündnis will eine kundenfreundliche Bahn im öffentlichem Eigentum erhalten und fordert eine Verkehrspolitik für Mensch und Umwelt. Die Gruppen lehnen den Börsengang ab, weil sie Netzstilllegungen im ländlichen Raum befürchten, begleitet von massivem Umwelt- und Sozialdumping. Das bisher zentrale Geschäftsfeld Schienenverkehr würde an den Rand gedrängt, zugunsten eines verstärkten Engagements in der internationalen Logistik und im Straßengüterverkehr.

Post will Müll sammeln

Nach Informationen der Frankfurter Allgemeinen Zeitung erwägt die Deutsche Post AG den Einstieg in das Entsorgungsgeschäft. Im vorigen Jahr hatte die Post das britische Logistikunternehmen Exel übernommen. Zu Exel gehörte auch die Kölner Entsorgungsfirma Vfw AG, die nun Keimzelle für das Müllgeschäft der Post werden soll. Damit würde die Post zum direkten Konkurrenten des Dualen Systems Deutschland und seines "Grünen Punkts" werden.

Sonntag, 28. Mai 2006

Biodiesel aus Piesteritz

Die Firma JCN Neckermann baut in Piesteritz eine Komplettanlage zur Biodiesel-Produktion. Auf dem Gelände des ehemaligen Stickstoffwerks Piesteritz soll bis zum Jahresende eine hoch automatisierte Anlage zur Produktion von Biodiesel und Pharmaglycerin entstehen - von der Getreideannahme bis zur Ölabfüllung. Geplant ist eine jährliche Produktionskapazität von etwa 200 000 Tonnen Dieselöl und 20 000 Tonnen Pharmaglycerin. Es sollen 126 Arbeitsplätze entstehen. Die Investitionssumme beträgt 67 Millionen Euro, davon sind die Hälfte Fördermittel des Landes. Schon heute werden etwa 70 % der in Deutschland hergestellten Biokraftstoffe in Sachsen-Anhalt produziert.

Kohlendioxid-freies Minikraftwerk

Der Stromkonzern Vattenfall errichtet bis 2008 in Schwarze Pumpe das erste kohlendioxidfreie Braunkohlekraftwerk. Die Pilotanlage soll etwa 30 Megawatt Leistung erbringen und 50 Millionen Euro kosten, die Hälfte davon sind Fördermittel von Bund und Land. In dem Versuchskraftwerk soll Braunkohle mit fast reinem Sauerstoff verbrannt werden, das entstehende Kohlendioxid möchte man abfangen, kühlen, komprimieren und einlagern. Geeignete Lagerstätten werden noch gesucht, wobei z.Z. poröse Sandsteinschichten im Untergrund bevorzugt werden. Da Kohlendioxid schwerer als Luft ist, würde es sich bei einem unkontrollierten Austritt am Boden sammeln und alles Leben ersticken.

Montag, 22. Mai 2006

Die Krätzmilben kommen

milbe Krätzmilben ernähren sich vom Horn menschlicher Haut und legen ihre Eier in winzigen Gängen ab, die das typische Jucken verursachen. Alle 20 Jahre gibt es weltweit eine Krätze- Pandemie, der nur durch strikte Hygiene zu begegnen ist. Der Parasitologe Dr. Erik Senger aus Rödermark warnt vor einem in diesem Jahr zu erwartenden Ausbreitungsschub der Krätzmilbe in Europa. Da die Reisebeschränkungen durch die deutsche Teilung entfallen und gleichzeitig die Bevölkerung verarmt, wird der Befall besonders im Gebiet der ehemaligen DDR erwartet. Milbenkrätze ist mit Salben und Sprays gut behandelbar, wird aber oftmals nicht erkannt oder für Allergie gehalten.

Gruppenantrag für Biodiesel

Eine Gruppe um den SPD-Bundestagsabgeordneten Hermann Scheer hat 113 Unterschriften von Abgeordneten gegen die Besteuerung von Biokraftstoffen gesammelt. Die schwarz-rote Bundesregierung hatte im Koalitionsvertrag festgeschrieben, dass die Mineralölsteuerbefreiung für Biokraftstoffe durch eine Beimischungspflicht ersetzt werden soll. Auch in der CDU unterstützen Umweltpolitiker wie Josef Göppel die SPD-Abweichler. Sie wollen erreichen, dass reiner Biodiesel steuerlich weiterhin so gefördert wird, dass sich Produktion und Vermarktung für die Hersteller lohnen. Die Regierung hingegen will den Konzernen per Gesetz vorschreiben, den Biokraftstoff zu normalem Diesel und Benzin beizumischen.

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